Zum Spracherwerb des Kindes - Land des Lächelns, Zeit der Märchen, Zeit des Klugseins
Wie ich feststellte, bringen es 11/2jährige Kinder fertig, auf irgendeine dahingesagte Äußerung von mir zustimmend zu nicken (ich bin mir ganz sicher, dass das Nicken eine Bejahung der Frage bedeutete). Im Zusammenhang damit, dass ein Kind erst das Verstehen lernt, dann erst das Sprechenkönnen as kann doch nur folgendes "heißen": In einem frühen Alter - eben 1 bis 2 Jahre oder auch früher - ist das Kind stolz darauf (ich knüpfe an die aus der Linguistik bekannte Unterscheidung von Zeichen und Bezeichnetem an), dass es eine Äußerung als Zeichen erkennt. Grob gesagt: hier haben sich nicht Fuchs und Gans Gutenacht gesagt (ich sehe die Spure, kann's riechen), sondern ein Faktum meiner Umwelt - und ein ganz kleines Kind kann die Unterscheidung - davon gehe ich als Prämisse aus - nicht machen - ein "Ding" meiner Umgebung "meint micht", wenn es was macht oder sagt. Das heisst, dass es Sprache als Zeichensatz, als menschliche Möglichkeit der Kommunikation überhaupt gibt, das lernt das Kind schlicht, ganz einfach, und umso mehr auch jedes weniger intelligente Tier dadurch, dass mit dem "Sound", mit "Krach" auf ES Bezug genommen wird. Das "geht mich an" - möglich ist also auch den Klang von Waffen oder die Klospülung zur "Codierung" einzusetzen - wesentliches Merkmal, Sprache zu erkennen, ist das "was LIebe ist" - nämlich die Bezugnahme auf die andere Person, und zwar egal in welcher Weise. (Fetischismus ist dann schlussendlich damit reduzierend zu erklären, dass die Autorschaft hinter dem Zeichen zurücktritt, nur soviel hierzu - wie ja auch bekanntlich Entlein auf Attrappen gedrillt werden können - auf natürliche Weise geschieht das aber praktisch nicht: wie soll ein Objekt, das nichts mit mir zu tun hat, aus eigener, magischer Kraft zum mich meinenden Zeichen werden. Denkbar ist hier nur, dass das Bedürfnis, Zeichen zu erkennen, festverdrahtet ist und notfalls auch Objekte zum "Götzen" werden können - vielleicht liegt doch darin die Bedeutung des "Du sollst dir kein Bildnis machen" wobei ich gnaz im Sinne der Umfeldsoziologie ergänze: du sollst dir kein Bildnis machen müssen.). Auszugehen ist also, dass die Existenz von Zeichen vom Baby schon dadurch erkannt wird, dass "es" gemeint ist - am schnellsten "natürlich" dadurch, dass Bedürfnisse und Nöte be-sprochen werden. Veranschaulicht am Menschen, der zugleich meist nur einzelnes Kind zur Welt bringt. Allein schon dadurch, dass jedes Kind der Menschen somit Einzelkind ist, fehlt es an einer Veranschaulichung, an einer Objektivierung der Bezugnahme. Es stellt demnach eine vor allem dem Menschen (illustrativ: Romulus und Remus als Zwillingspaar, von der Wölfin eben nur genährt, die sich prompt gegenseitig erschlagen, Paralle Kain und Abel der Bibel) zukommende anspruchsvolle Erziehung dar, einen paranoiden Grundzustand allmählich zu unterbinden: weil ich gelert habe, dass ein Zeichen etwas bedeutet, weil es mich meint, meine ich alle Zeichen meinen mich - dieser Umkehrschluss gilt "natürlich" nicht - was aber für das ganz kleine Kind einer ziemlich großer Herausforderung darstellt. Daher erkläre ich mir die Wichtigkeit von Märchen für größere Kinder bzw. die mittelalterliche Institution des "Königs" oder der Prinzessin. Wesen des Konzepts des Königs, des "Heroes" ist, dass alles was er sagt und mit seinem Zepter bezeichnet, alle angeht - also auch mich. Ich kann also ganz kleines Kind sein, und annehmen, das sei "mein Papa", weis aber mit Sicherheit, dass nicht nur ich gemeint bind, sondern alle sich an die Gebote halten müssen. Auch wenn also diese "Vor-Bild-Figur" - in ihrer Funktion also verhindernd ein Bildnismachen des Kindes - meinen "Ton" trifft, so bin ich gar nicht gemeint. Darin liegt also die Bedeutung des "nackten" Königs - lustigerweise wird hier diese "politische" Funktion des Monarchen ad absurdum geführt: nur einem kleinen Kind fällt es ein - aha, wie kann es anders sein - die Zeichensetzung "Nackt" so zu deuten wie es in den eigenen Kram, in die eigene Kodierung passt: der König ist nackt, so wie ich auch nackt bin -- typisch also auch die Märchenzeit, wo nackte Nichtkönige kleinen Kindern gar nicht zu Gesicht geführt wurden - wird also - wie erwünscht - der König als "so wie andere" gleichgesetzt, kann der "gar nicht" nackt sein, es muss also stimmen, wenn "es" heisst, er sei es nicht. Rein logisch - von der Anzahl der Jungen
her - wird eine Entenmutter alles daran setzen, dem einzelnen
Jungen klar zu machen: "Du, niemand anderer, "nitzschewo",
ist gemeint." Also: Rabenmutter: speist einer der vielen Kinder mit Krume "ab", die aber mit Bedeutung - du bist gemeint - aufgeladen wird, aus Sorge, das Kind verstehe es als Bloße "Beiläufigkeit", Gefahr: sehr wohl Fetischismus, entstanden aus übertriebener Sorge um "andere". Heutzutage aber in alltäglicher Aufhebung von "Besorgnis" eher ein Problem: dem Kind wird seine eigene Welt ("Sophies Welt") nur zurückgespiegelt. Worüber also die Rabenmutter mit vielen Kindern erfreut sein müsste: "Gott sei Dank versteht er dieses verhetzte Barbarengemurmel als ihn gemeint" ist der "Einzelmutter" keine Nötigkeit: sie kann es sich leisten, das vom Baby Geäußerte als in dem von ihm begelegten, "frei gefundenen Sinn" als "korrekt" wiederzugeben - womit in biblischem Sinne Fremdsprachen, d.h. Dialekte, begründet werden, die also nicht zufällig sondern aus eben diesem Grunde in der Klanggebung wohl ausschließlich, alle, einschließlich des "Amerkanischen Kauens" (das allerdings gerade andersherum eine Imitation des gerade und nur dann anwesenden das Essen verzehrenden Farmers sein könnte...) die Klanggebung des kleinen Kindes aufweisen. Abgekürzt auf Prinzipien in chronologischer Reihenfolge: Zeichen werden als immer auf sich bezogen gelernt: Zeit des Lächelns, wenn so auch gespiegelt: "tell me more" Verwundert stellt das ältere Kind
fest: ich verstehe, ohne dass ich gemeint bin, ohne dass das
Gesagte mit mir zu tun hätte: Zeit der Mündigkeit und Vernunft: ich erkenne, dass ich etwas ausrichten kann: ich nehme das Geschehen nicht als Vorlage für die "Besprechung" im eigenen Code, sondern ich bin selbstbewußt und weiss, dass ich andere erziehe, wenn ich spreche. Damit eröffnet sich mir die Möglichkeit, eine fremde Sprach insbesondere deswegen zu lernen, um etwas "allgemeingültiges", insbesondere Ethik, herauszuarbeiten: Agrippa fecit - schaun "wir" mal, wer da hintigert. |
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