Slurring Your SpeechGröneyer und Semmelrogge - zwei Idealtypen in einem Boot 13.6. 2007 Aus dem Film "Das Boot" ist mir
eine Szene besonders gut in Erinnerung geblieben: Grönemeyer
als Kriegsberichterstatter und Semmelrogge als Unteroffizier
stehen in hoher Gischt auf der Brücke des aufgetauchten
U-Boots. Grönemeyer schreit den Naturgewalten lauthals entgegen,
worauf Semmelrogge sehr "trocken" sagt: "Halt's
Maul". Demgegenüber ist Semmelrogges Diktion eine typische "besoffene" - es handelt sich meines Erachtens um ein "Slurring Your Speach", das sich im Tonfall nach Betrunkensein anhört. Dies ist für mich der Typus "Insekt", der per auswendig gelernter Routine darauflosredet, doch während des Redens die proteinolytische Glucose zu einem Hören der Entgegnung abstellen muss (alkoholisiert heisst für mich vorerst: wo Alkohol ist, da ist auch "Feuer": Alkohol sehe ich als Botenstoff, der von Vorhandenheit von proteinolytischem Zucker zeugt - es darf deshalb Glucose in testosteroner Weise im Überfluß auch an glatter Muskulatur bzw. zur Herstellung von "meylinem" Erinnern, Gehörthaben verwendet werden - das "Slurring" kommt dadurch zustnde, dass die versprochenen Proteine bei zivilisiertem Alkoholkonsum in in dieser hohen Menge ausbleiben - es also zu einem Defizit autonom-dirigierender Glucose im Kreislauf bzw. in den für autonome-routinierte Bewegung zuständigen Nervenzentren kommt, so meine vorläufige Annahme).
Mit anderen Worten: noch während die auswendig gelernte Rolle gesprochen wird, stehen die Ohren offen, um die nächste Rolle verstehen, hören und auswendig lernen zu können. Semmelrogges Diktion ist also die Umkehrung des "Betonung auf dem Auftakt", nämlich des dirigierenden Befehlens - um so auffälliger sein Ausspruch auf der Brücke: wenn ein Kriegsberichterstatter und Romanschreiber bzw. Sänger auch fähig ist, dem Ozean als Publikum zuzusingen, geht der Hörige ins Leere. Ihm bleibt nur noch zum einen das Weghören, zum anderen das Umkippen vom Zuhörenwollen noch während des Sprechakts zum Weghören auch auf die Entgegnung von "Angeordnetem". Neuerdings möchte ich unterscheiden: die "gezierte" weibliche Stimme mit "affektiertem" Duktus: das ist die Stimme der erziehenden Frau, die nciht auf das Gehörte, das austisch Entgegenete hören will, sondern während des Gesprochenen noch auf die physische Reaktion des "Manipulierten" reagieren will. Das würde bedeuten, dass die Melodie der Sprache ein gewissermaßen angstvolles Zurückweichen auf insbesondere körperliche Überlegenheit bedeuten könnte. Während also die oben geschilderte "Hörigkeit" ein typisch männliches (?) Zurückweichen vor erst zu nehmenden insbesondere Warnungen und Umbennenungen aus "mütterlichem" Munde darstellt. Rekapitulierend der Ausgangspunkt: menschliches
Denken ist Dialog, Zweihälftigkeit als Entdecken von Gleichheit
oder Unterschied. Dem Menschen ist es möglich, diesen Dialog
als "Romanschreiber" oder Sänger, besser: Komponist
(der Sänger stellt sich vielmehr als Lernfähiger dar,
der als Dialog Vorgefhrtes nachzuvollziehen weiß, insbesondere
weil er sich also als in solchen Dialog Nichteinbezogener darauf
angewiesen empfindet, dieses Hin und Her - und sei es "musisch",
nicht wirklich rational - zu begreifen) - diesen Dialog also
als "zwei Seelen in meiner Brust" nachzuvollziehen.
Schlussbild: Vgl. auch "Zum Spracherwerb". |
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