Hirninfarkt - ischämisch und hämorrhagisch


20.5. 2008 Schlaganfall durch Gefäßverschluss oder durch Blutung - voneinander unabhängige Vorgänge, nach Lehrbuch?

 

In Bernhard Tillmann/Michael SChünke, Taschenatlas zum Präparierkurs, Thieme 1993, S 296 entnehme ich (ich muss sagen, dies leite ich aus einem gesetzten Strichpunkt ab), dass zwischen dem Schlaganfall im engeren Sinne, nämlich dem ischämisschen Hirninarkt (trombotisce und embolische Gefäßverschlosse, hypoxische Mangeldruchblutung), dem in 90% der Fälle eine Hirnarterioskleros sowie eine Arteriosklerose zuführender extrakranieller Gefäß zugrundeliegt, sowie dem sogenannten hämorrhagischen Hirninfarkt (unterschieden wird. während ich also dem ischämischen Schlaganfall per Verschluss ("es mangelt an Blut") die Arteriosklerose zuordne, ordne ich dem hämorrhagischen Infarkt kurzerhand der Hypertonie zu: es heiss nämlich : "hämorrhagischer Hirninfarkt nach Subarachnoidalblutungen (Ruptur eines Aneurysmas) sowie nach intrazerebralen Blutungen (auf demBoden einer Hypertonie)".

Nach meinem Verständnis gibt es also Hirninfarkte mit und ohne Blutungen (wobei das Wort "Schlaganfall" dem ischämischen Hirninfarkt möglicherweise vorbehalten ist - glaube ich nicht - wobei das Vorkommen der Buchstabenfolge "häm" in schämisch das Fehlen von Blut meinen könnte, was also mit einem grobschlächtigen Merkvers "Ischämie - Blut kommt nicht hin, hämorrhagischer Infarkt - Blut geht hinaus" zu vereinbaren wäre. Dafür reicht mein Griechisch nicht. Ich muss davon ausgehen, das Ischämie das Fehlen von Sauerstoff meint - wiewohl bei den an selber Stelle erwähnten Untersuchungen - nämlich PET: Positronen-Emmissions-Tomographie auch Blutvolumen und Glucosestoffwechseln über den Sauerstoffverbrauch hinaus gemessen weren.

Wichtig ist für mich meine Vorstellung, dass es Ischämie ohne Blutung, den Infarkt aber auch als Hämorrhagie, "mit Blutung" gibt.

Ich betrachte die Möglichkeiten, die sich logisch bieten:

Eine Ischämie/ein Verschluss führt nicht notwendigerweise zu einer Blutung.

Eine Blutung führt immer zu einer Ischämie.

Wenn das zutrifft, dann:

- kann eine Blutung durch einen Verschluss verursacht sein, muss es aber nicht.

- kann eine Ischämie durch eine Blutung verursacht sein, muss es aber nicht.

Dabei stelle ich fest: Die Floskel "muss es aber nicht" kann "hinreichende bzw. notwendige Bedingung" nicht ausdrücken. Oben ist die Blutung eine hinreichende Bedingung - dass eine Ischämie "nicht von einer Blutung verursacht sein muss" als die Floskel "muss es aber nicht" verwendet werden kann - das will wohl nur logische Notwendigkeit ausdrücken. Unberücksichtigt - dabei aber in der Floskelhaftigkeit meines Erachtens irreführend - bleibt, dass es sich bei der Blutung um eine hinreichende Bedingung für eine Ischämie handelt: zwar muss die Ischämie nicht durch eine Blutung verursacht sein, doch verursacht eine Blutung immer eine Ischämie. Verwendung finden wird die Floskel "muss nicht" also immer dann,wenn von einer Wahrscheinlichkeit auszugehen ist: dass etwas etwas anderes die Ischämie verursacht hat als eine Blutung ist sehr unwahrscheinlich. Damit wird - weil schnell Entscheidungen getroffen werden müssen z.b. in ironischerweise eine nur hinreichende Bedingung zu einer notwendigen gemacht - ich meine damit das abschätzige "Muss nicht": dass die Ischämnie von etwas anderem verursacht werden kann, das weiss ich, es ist aber unwahrscheinlich, ich ironiere diese Möglichkeit, aller Wahrscheinlichket liegt eine Blutung vor, "wie immer". Oder aber umgekehrt: ich will ernstnehmend darauf hinweisen, dass eine nur hinreichende Bedingung, keine notwendige vorliegt: dass der Infarkt von einer Blutung verursacht wurde, ist aller Wahrscheinlichkeit anzunehmen - doch ist dies nicht zwingend richtig.

 

Dabei wird eines deutlich: es gibt das Konzept der Mengelnlehr von Teilmengen - und Begriffe bzeichnen immer auch Mengen - es gibt aber auch das Konzept der Folge, der Konsequenzen.

Nun ist es wohl so, dass ich das Konzept der logischen Folgerungen mit dem Konzept der - ich nenne es - realen Folgen verwechseln kann: dass aus einer Blutung ein Infarkt folgt ist bzw. kann eine reale Folge sein. Dass der Begriff "hämorrhagischer Infakr " eine Teilmenge des Begriffs Infarkt ist und der Begriff Infarkt eine Ischämie impliziert - daraus läßt sich logisch ableiten, dass eine Hämorrhagie immer auch eine Ischämie ist.

Ist also in einer kladdistischen Einteilung der Infarkt zweigeteilt in "Blutung" und "Verschluss", dann mag eine Blutung real nie ohne Ischämie ablaufen, begrifflich ist aber eine Blutung kein Verschlus, soll heissen: es bleibt unbenommen, einen "Verschluss" der zu einer Blutung führt, als "Verschluss" zu benennen, doch ist damit die kladdistische Eindeutigkeit, Ausschließßlichkeit verlassen: Verschluss mit Blutung "cum Hämorraghie" wird dem "Verschluss" zugeschlagen, oder aber Hämorrhagie bei Verschluss wird der "Hämorraghie" zugeschlagen. Das bedeutet: eine Schnittmenge der beiden Unterbegriffe ist möglich, doch wurde darauf verzichtet, dieser Schnittmenge einen eigenen Namen zu geben.

Wenn dem so ist, bedeutet das nicht, dass es dieses Ähnomen Verschluss plus Blutung gar nicht gibt?

Das führt mich darauf, Ursachen und Folgen besser zu trennen:eine Rolle spielt: Verschluss/Arteriosklerose, Hämorrhagie/Hpertonie sowie Ischämie/Hypoxie (die dem Verschluss terminologisch zugeordnet ist:

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Blutung ohne eine Ischämie im Sinne einer Niichtversorgung von Zellen möglich ist.

Damit nehme ich an, dass Ischämie begirfflich die völlige Nichtversorgung mit Blut eben durch Verschluss meint und deshalb abgrenzend zur nonischämischen Hämorraghie begrifflich für mich korrekt verwendet werden kann (Merkwort: ist Ischämie "isc - Hämie"? kein Blut kommt hin) oder aber bezeichnet Ischämie die Nichtversorgung als solche? Dann wäre ein ischämischer hämorraghischer Infarkt ohne Verschluss begrifflich möglich.

Ich nehme kurzerhand an: Ischämie bezeichnet die Unterversorgung durch Ausbleiben von Blutzustrom - Hämorrhagie bezeichnet das Auftreten identischer Symptome, auch dann wenn insbesondere nur eine Blutung, nicht aber ein Verschluss vorliegt.

Das bedeutet für mich, insbesondere wenn ich hinzuziehe, dass es "komplette", "TIA" (entspricht 24 Stunden) und "PRIND" gibt (7 Tage), die der Ischämie zugeordnet sind, dass der Verschluss eben nicht vollständig sein muss, die Unterversorgung durch Thrombose/Embolie kann auch eine relative sein - während dies bei Blutung offenbar nicht der Fall ist.

Wenn letztere Annahme korrekt ist - dass Hämorrhagie immer ein "kompletter" Infarkt ist, dass das Vorhandenheit von Blut nicht das Entscheidende für die Symptome des Infarkt ist. Denn auch wenn "Blut fließt", es bei Blutung nicht zu einem Verschluss kommt, ist ein kompletter Infarkt möglich.

Damit kommt dem Blutdruck - Hypertonie als "Boden" der Hämorrhagie - für mich entscheidende Bedeutung zu.

Beweisend wäre - was ich an anderer Stelle annehme - bzw. kohärent wäre, wenn ein "korrekter" Blutdruck eine Embolie/Thrombose aufzuheben fähig wäre:

Dann wäre die "Hypertonie" die "eigentliche" Ursache für den sowohl ischämischen wie hämorragischen Infarkt..

Hierzu folgender Eintrag:

Hypertonie und Herz

 

Memo: dass es offenbar beim arterosklerotischen Infarkt zu "gestuften", zeitunterschiedlichen, reversiblen Infarkten kommen kann, möchte ich damit erklären, dass die Thrombose durch erhöhten Pulsschlag hinauf zu "High-UV-Schutz" an "High-O2" wieder aufgelöst werden kann (wenn etwa die Verwundung nur gering ist), d.h. den Versuch ZUR Blutung darstellt.

Überprüfend:
1. es gibt den thrombotischen Infarkt mit Blutung (Blutung habe ich gerade zum Ziel der Thrombose erklärt)
2. dies ist der gefährlichste der Infarkte (da das Ziel erreicht wurde - nach größtmöglicher den Weg bereitenden "Hypertonie" - ich erkläre lokale Hypertonie zum Ziel der Thrombose. (Damit findet also eine Embolie immer dort statt, wo eine Hämorraghie "probates" Mittel ist).

 

 

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