Adrenalin und Noradrenalin anhand eines Beispiels

 

Update: die Deutschen seien jeder fünfter wolle die Weihnachtsgrüße per SMS versenden, vor allem "Mädchen", diese schrieben mehr und längere Nachrichten - ich bin schockert - auch das dadurch Milliarden-Gewinne bei enormer Gewinnspanne eingefahren werden, wobei zunächst nicht an den Erfolg geglaubt wurde - SMS sei ein technisches Abfallprodukt. Man spreche von SMS-Daumen, der mit Cortison-Salbe behandelt werde. Diese für mich überraschend und angesichts meiner nun folgenden Überlegungen schockierende Nachricht hörte ich am Folgetag meines Tagebuheintrags.
Denn sofort brachte ich die Haptik des Tastendrückens zum einen, dann aber auch die berichtete Erfinderei von Abkürzungen als Neukodierung in meine Schemata passend: die Haptik des Tastendrückens und -spürens ist ein Outlet meines Erachtens für die adrenaline Seite, die also "irgendwie verboten" ist bei einem GEspräch auf Tuchfühlung... umgekehrt ist die Neukodierung von Sprach per Abkürzungen zum einen etwas Noradrenalines meines Erachtens, da ein geschicktes Sehen von Vorgängen verlangt wird: asdf - erst das, dann dies, dann das - ich sehe ausschauend, vorausschauend "wie es geht" - Mit den Worten "es geht nicht" - also etwa: EGN - seien die Worte, mit denen Boris Becker eine Beziehung beendet habe "ich habe es mir überlegt" - "ich bin in meine Besenkammer gegangen und musste mir das Vorgekaute imaginieren, habe aber dein Verfahren, deinen Fluchtweg mir sehr gut ausleuchten udn vorstellen können - habe verstanden: das geht nicht, es "geht" nicht - "no way". Andererseits ist aber - von der Haptik des Tastendrückens abgesehen eine Neukodierung von Sprache insbesondere per lustiger Abkürzungserfinderei etwas Alkoholisches: ein A kann "alles" bedeuten: man kann noradrenalin Scannen, welche A-Begriffe dazu passen - muss dabei schon gar nicht - aber vielleicht auch nach dem Passieren des laufenden Bandes nicht unbedingt den physikalischn Vorgang des mit diesem oder jenem Wort bezeichneten "auf die Reihe" kriegen - und das heißt adrenalin Erinnerung abrufen, in einer möglicherweise noch nicht beherrcshten Reihe, alles raus aus der Besenkammer um das Thema komplett als Aufsatz runterschreiben zu können -- das ist nicht erforderlich, dieser adrenaline Einsatz ist nicht erforderlich - möglicherweise aber sogar verboten - du sollst vegessen, vergiß es! - und wird fleißig, aber auch lustig alkoholisiert ersetzt durch den noradrenalinen Scannen allen möglicherweise mit "A b b a " gemeinten Bedeutungen, d.h. "Themen", Assoziationsstarts.

Damit ist also Adrenalin bei mir das bis auf weiteres anspruchsvollere Hormon - ich nehme einfach an, Adrenalin setze Noradrenalin voraus, gehe einen Schritt weiter. Das kann ich damit untermauern, dass ich zwecks systematisch-logischer Kohärenz annehme, das bloße Abrufen von Erinnerung sei dem "Traum vorbehalten" - d.h. wer eine Abkürzung benutzt - und zur Ehrenrettung der Militäts muss ich annehmen, es sei nicht zufällig vor allem ein Kennzeichen, somit also entgegen allen Eindrucks - eine Auszeichnung - des Miltitärischen, - zum allerletzten Einsatz bereit ist, also unter Adrenalin bereit und fähig ist, äußerste Leistung zu erbringen - oder aber eben nur einen "Traum" einen "Ausdruck verleiht". Damit unterstelle ich klatschreporterisch dem Leistungssportler Becker, dass er es sich überlegt hat, und zum Ergebnis kam, die Partnerin sei nicht adrenalin genug, zu träumerisch - korrekt? (dabei unterstellen, die Bedenkzeit beruhe auf Sicherheits- und Pietätserwägungen, nicht auf fehlender Geistesgegenwart, aber auch ein intendierte Überforderung wäre ein Trennungsgrund, der dritten Art.).

 

14.12. 2007

Der Junge geht an die Türe, die ihm im Weg steht - er muss vorankommen, und seine Heransgehensweise ist laut: wie weit gestattet es mir die Stabilität dieser Türe meine Muskeln an diesem Turngerät zu stählen, ohne dass sie dabei bricht - wie laut darf mein Krachen sein?

Die Mutter erkennt mit einem Adlerauge den bereits eingetretenen Knackpunkt an der Tür, den "Riss im Vorhang": und geht wie folgt heran: wie behutsam muss ich, darf ich mit dieser Türe verfahren, dass die Sache erhalten bleibt.

Dabei ist möglich: die noradrenaline Mutter ist nicht wirklich adrenalin sondern eben eine "Mutter" und gebend/nehmend auf den nächsten bezogen, den Sohn:
sie hört wie der Sohn es krachen läßt und benutzt Ihre Noradrenalität - die vielleicht nichts katecholes ist, sondern doch "sinnlich" - es ist eine Küchentür, daran nichts schlechts haftet - benutzt ihr noradrenalines Geschick, nicht dazu die Türe detektivisch-uhrmacherisch zu besehen und zu reparieren, sondern für eine Eulenspiegelei, für eine Karikatur des adernalinen Vorgehens des Sohnes, indem sie dessen Lautstärke etwas über- oder unterbietet.

Damit ist der Sohn jedoch auf sich gestellt - an sich nichts schlechtes, da zur Eigenständigkeit anhaltend -allerdings gekleidet in einen Akt der Sozialität, nämlich des Zur-Kenntnis-Nehmen der Handlungen des anderen.

Tatsächlich wird die Adrenalität dadurch entweder gesteigert - der Mensch bleibt allein, denn - und darin liegt das Problem, das ist nicht ohne weiteres zu begreifen - in der exakten, um so belustigerenden Spiegelung liegt eine Nicht-Ernst-Nahme, nämlich ein Nichthelfen: die Mutter macht nicht vor, wie wirklich mit der Tür in einer Situation von Weiterkommenmüssen richtig zu verfahren ist, sie macht auch nicht vor, wie die Tür zu reparieren ist. Darin liegt ein Alleinlassen.

Der Sohn hat zwei Möglichkeiten aufgrund dieses Alleingelassenseins: Übersteigerung der Adrenalität etwa zu Herausreissen und Neueinbau bumm bumm der Türe, na also, wer s/bricht's denn - oder aber Verzicht auf eine Adrenalität bei Aneignung der Befähigung zur Noradrenalität. Das bedeutet aber ein Verzicht auf die Annahme der Muttergestalt als diejenige, die den geschickten Umgang mit der "Nuss" vormacht, also eine Verabschiedung der Mutter als alter ego: viel verlangt.

Von der Wichtigkeit des Ernstnehmens:

Was ich wirklich kaum glauben will, ist, dass im Akt der Spiegelung, also in der "Travestie" - die doch als Komödie als die Spitze von Sozialität zu gelten hat - ein Alleinlassen und eine Isolation, ein Zwang zur Selbständigkeit und Nichtangewiesenseinwollen liegen soll. Das ist wie ich finde sehr schwer einzusehen. Vielleicht kommt es darauf an und verläuft hier eine "thin line": hat der Sohn die Möglichkeit, das Eingehen der Mutter als ein Dialogangebot zu begreifen oder nicht: ist es ihm etwa erlaubt und möglich, in katecholer Weise adrenalin oder noradrenalin mit der Mutter als kritische auseinanderzusetzen - oder aber bedeutet ihr Zuschlagen eindeutig: "bringen Sie das" - "bau hin" - oder "wie wäre es mit dir und deiner Türe - mache auch was daraus - hilf dir selbst - I can't help it... "?

 

 

Netlounge.com / Peter Bernhards Texte

vorausgegangener Text