|
Text zu einer Wiederaufforstung auf brackigem Kalkgestein in Kenia - heute der "Bamburi Nature Trail" bei Mombasa Ich danke dem Verfasser Zvonko Springer für sein Einverständnis zur Übersetzung und Weiterveröffentlichung. Der englische Text ist zu finden unter http://www.cosy.sbg.ac.at/~zzspri/travels/BANweb/bantrail.html
Luftbild aus Nordwesten, der ausgebeutete
Steinbruch (vorn)
Im August 1964 trat ich eine Stelle an als Leitender Hochbauingenieur
in der
Die durch Casuarinas ermöglichte Entwicklung von Flora
und Fauna.
Geographie und Klima
Die erste Grube des Steinbruchs, die man auf die Tiefe von
9 m d.h. bis ca. 50 cm über das Brackgrundwasser ausgegraben
hatte, hat eine Fläche von 2 Quadratkilometer, auf der zuvor
so genannter sekundärer Busch wuchs. Der Grubengrund wurde
zu unfruchtbarem Ödland verwandelt. Die Idee der Wiederbelebung
des Steinbruchs bestand nun darin, aus der Fläche wieder
eine attraktive Landschaft zu machen, schön und zugleich
von Nutzen für die Menschen sein würde. Man ging davon
aus, dass bestimmte Baumsorten auf dem kargen Boden gezogen werden
konnten, da sich der Grundwasserspiegel 15 bis 20 cm unterhalb
des Bodens befand. Die vertikale Bewegung des Grundwasserspiegels
steht dabei mit den Gezeiten über eine 6stündige Verschiebung
in Beziehung, was bedeutet, dass bei Flut an der Küste auf
dem Grund des Steinbruchs Ebbe herrscht und umgekehrt. Die maximale
Bewegung innerhalb von sechs Stunden beträgt 20 cm, mit
einem maximalen Unterschied von 31 cm zwischen dem höchsten
und dem tiefsten abgelesenen Stand. Es war wichtig, auch diese vertikale Grundwasserbewegung festzustellen,
da man vorhatte, Fischteiche zu schaffen, indem man den Grund
der Grube noch tiefer aushub. Die Tiefe des Teichs hing vom Salzgehalt
des Teiches ab, d.h. je tiefer die Grabungen desto höher
der Salzgehalt. Die Süßwasserschicht, die dem Brack-
Grundwasser auflag, war im Durchschnitt nur ca. 15 cm dick. Die
Proben, die von verschiedenen Teichen in verschiedenen Tiefen
genommen wurden, um den TDS zu messen (Total dissolved solid
- Gesamtbetrag aufgelöster fester Partikel), ergaben zwischen
2600 ppm (part per million - Teilchen pro Million Teilchen) in
der Trockensaison von Januar bis März und ein Minimum von
800 ppm in den Regenzeiten, die meist auf den Mai fielen. Die
Wasserproben wurden wenig tief unterhalb des Bodens und auch
einen Meter unter dem Boden entnommen, aus der Tiefe, aus der
das Wasser in die Fischtanks gepumpt wurde und die abgelesenen
Salzgehalte waren etwas geringer, nämlich zwischen 1800
und 200 ppm. Der pH-Wert des Wassers betrug ungefähr 7,4
bei Temperaturen des Grundwassers zwischen 24 und 32 Grad. Was kann man mit dem Ödland anfangen? René Haller sah, wie das hässliche Ödland
jährlich um Tausende von Quadratmetern
Das erstmalige Anpflanzen von Casuarinas war ein Experiment und kostete unter der brennenden tropischen Sonne in der Kalksteinödnis dicht über dem Brackwasser erhebliche Anstrengungen. Der wichtigste Teil der Aufgabe war, Pionierpflanzen zu finden, die in der Kalksteinwüste überleben konnten, in der sich kein Humus, nur Brackwasser befand. Die Pflanzen mußten auch die unbarmherzige Tropensonne aushalten können, weshalb 26 unterschiedliche Spezies von Setzlingen gepflanzt wurden. Nur drei davon überlebten: die "Dame" Conocarpus lacifolius, ein salztoleranter Baum von der somalischen Küste; die "Kokospalme" Cocos nuciferc und die "flüsternde Kiefer" Casuarina equisetifolia, ein Baum, der aus Australien stammt. Casuarina ist eine Art Pioneerbaum, der daran angepasst ist, unter harten Bedingungen zu wachsen, und dessen Blätter zu winzigen Spitzen reduziert sind, die wie verwirbelte kleine Zweige um ein Equisetum herum angeordnet sind und einen guten Schutz gegen Verdunstung bieten. Die kleinen Zweige schauen wie Piniennadeln aus und haben eine dicke Außenhaut. Darüberhinaus tolerieren Casuarnias salzhaltiges Wasser, und die jungen Bäume machten so gute Fortschritte, dass es schien, als sei diese unwirtliche Umgebung ideal für sie. Vor dem Beginn der Restitutionsarbeiten im Jahr 1971 wuchsen einige Farne im Schutt von Felsen, die man nicht zerhauen und abräumen hatte können. Auch Tamarixnilotica keimte, welche wahrscheinlich zusammen mit für die Produktion benötigtem Gypsum vom Tana-Fluss importiert wurde. Ungefähr 12 000 Baumsetzlinge wurden zwischen Januar 1971 und März 1975 auf einer Fläche von ungefähr 13 Hektar gepflanzt. Zwei Methoden wurden zur Vorbereitung der Pflanzung angewendet: 1) Löcher von 30 x 45 cm, die aus den Korallenfelsen gehauen wurden, wovon die meisten den Grundwasserspiegel oder zumindest feuchten Felsgrund erreichte. 2) Der Boden wurde von Planierraupen kreuz und quer aufgerissen und auf den so entstandenen Korallengraupel Gartenbaudünger gestreut. Beide Methoden erzielten bei den Pflanzen gute Resultate. Die erste war teurer, doch konnten damit mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, da man "10-Pfennig"-Löcher auf Vertragsbasis graben ließ. Die Wurzelsysteme entwickelten sich viel schneller als mit der anderen Methode, und die Bäume hatten eine bessere Überlebenschance. Nach 10 Monaten beständigen Wachstums begannen die Casuarinas plötzlich gelb zu werden und krank auszuschauen. Die sorgfältige Untersuchung der Wurzelsysteme ihrer wild in Sanddünen wachsenden Vettern sollte eine Antwort auf dieses Problem bringen. In ihrem Nährwurzelsystem befanden sich kleine Knötchen, die wie Maulbeeren aussachen, und dichte Haarwurzelstrukturen, auf denen Mikroorganismen siedelten, die in Symbiose mit Casuarina wuchsen und zu deren Nahrungsaustausch beitrugen. Eines dieser Mikroorganismen vermag den Stickstoff der Atmosphäre
zu fixieren, welchen es eintauscht gegen Zucker, der im Photosyntheseprozess
vom Baum erzeugt wird. Eine andere Gruppe von Organismen mobilisiert
im Wasser unlösliches Phosphat, Kalium und andere Spurenelemente,
die sie so für den Baum verfügbar macht.
Projekt Wiederaufforstung Junge Baumsetzlinge kamen von den Forstämtern Gede und Jilore und wuchsen in schwarzen Polyethylen-Röhren mit 5 cm Durchmesser und 10 cm Höhe. Als sie ungefähr 2,3 m groß wurden sie an Ihren vorbestimmten Plätzen gepflanzt, und die Polyethylen-Töpfe bzw. -Röhren wurden entfernt. Aus ihren Samen wurden darüber hinaus in der eigenen Baumschule der Farm neue Setzlinge gewonnen. Die Setzlinge wurden mit unterschiedlichem Abstand, von 2,5 bis 4 m, gesetzt, wobei sich ein Abstand von 2,5 m als vielversprechend erwies, da er zu langen Stämmen mit bleibend kurzen Seitenästen führte, und sich so ein späteres Engerschneiden/Ausdünnen erübrigte. Es war erforderlich, während des Heranziehens der Sämlinge ein Fungizid einzusetzen, um einen Pilz zu bekämpfen. Der erfolgreichste Baum war "Conocarpus lancifollus", der in der Küstenebene von Somalia einheimisch ist und in den 50er Jahren an der Küste von Kenia eingeführt wurde. Er wächst gut in Brackwasser und wird ziemlich alt, taugt außerdem zur Herstellung von Holzkohle. Früher wurde er zum Bau arabischer "Daus" verwendet, also von Segelschiffen, und es scheint, als sei sein Holz auch resistent gegen Termiten. Bald wuchsen die größeren Conocarpus aus ihren "Startlöcher" heraus und drangen mit einem teppichähnlichen Wurzelsystem in den porösen Korallenstein ein, nur wenige Zentimeter unterhalb der Oberfläche, weiter hinunter in unberührtes Gestein. Die besten Bäume wuchsen in nur 3 Jahren bis auf 9 m Höhe heran und zu Stämmen mit einem Umfang von 65 cm über dem Boden.
Die Baumstämme finden als Masten, Pfeiler und Brennholz Verwendung. Eine Monokultur-Anpflanzung vermeidend hat man verschiedene
Bäume ausgesucht, wobei versucht wurde, eine maximale Verwendbarkeit
zu erzielen, etwa als Bauholz, Einer davon ist der Neem-Baum "Azadirachta indica",
der aus Indien stammt und
Durch den hohen Gehalt an Tanninen in den "Nadeln" der Casuarinas brauchten die Mikroorganismen jedoch länger mit dem Abbau des Blätterwerks. Der Prozess, umschlossene Nährstoffe anderer Organismen aufzuschließen, wurde verlangsamt und die Etablierung nachfolgender Pflanzenarten wurde so verzögert. Ein glücklicher Umstand kam zu Hilfe, dass nämlich die rotfüßigen "Mombasa Trains" ("Mombasa-Züge", Epibolus pulchripes) glücklicherweise damit begannen, sich von trockenen Casuarina-Nadeln zu ernähren.
Foto: Tausendfußler (Millipedes) Die Kompostbakterien in den Extrementen der Tausendfüßler
wandelten die Nadeln in Die schönen Millipedes mit ihren tiefschwarzen Körpern
und orange-roten Beinen können eine Länge von 11 cm
erreichen. Erwachsene Tiere haben bis zu 64 Körpersegmente
mit je zwei Beinpaaren, was insgesamt nicht 1000 Füße
ergibt, sondern "nur" 256. Die Tiere überwintern
während der Trockensaison und verbergen sich im tiefen Blattabfall,
um sich vor Hitze und Austrocknung zu schützen. Beim ersten
Pilze erschienen nach nur ein paar Jahren in dunklen und feuchteren Ecken des Waldes. Zunächst gedieh nur eine einzige Art Pilz unter den jungen Bäumen, obwohl Sporen von vielen Arten eingeführt wurden, in der Hoffnung, dass einige essbare in dieser Umgebung wachsen würden. Mit der Einführung neuer Baumarten erschien plötzlich eine größere Vielfalt von Pilzen und Giftpilzen. Mit der diversifizierten Vegetation wurden die Pilzköper, die während der Regenzeiten auf dem Boden aufschossen, größer wie auch ihre Varietät in Form und Farbe. Zu Beginn 1991 wurden bereits 170 Arten zur Bestimmung gesammelt.
Die afrikanischen Arbeiter konnten sehr wenige der auch blühenden
Pilze identifizieren, und ihnen waren von den im Steinbruchwald
vorkommenden Arten nur zwei essbare bekannt. Einer von ihnen
hieß "Choga Nyama" oder Fleischpilz und rieche
wie gekochtes Fleisch. Die Arbeiter glaubten, ein Pilz sei nur
dann essbar, wenn er mit einer Peitsche gehauen wurde, um die
bösen Geister, die sich in ihm verstecken, zu
Ameisen spielen eine wesentliche Rolle in jedem Wald-Ökosystem,
doch bisher ist noch wenig über ihr Privatleben und ihre
Funktionen bekannt. Manchmal kann auf allen Bäumen eine
große Zahl kleiner schwarzer Ameisen beobachtet werden,
und dann scheinen sie wiederum zu verschwinden, während
plötzlich eine andere Ameisenart erscheint. Wenig ist über
ihre Ernährungsgewohnheiten bekannt, bzw. darüber,
wo sie ihre Nester bauen. Einige der Ameisenspezies ernähren
sich von Ausscheidungen von Blattläusen und auch größerer
Insekten. Sie scheinen die Insekten zu melken, indem sie sie
mit ihren Kiefern reiben, bis sie einen Tropfen nektarähnlicher
Substanz ausscheiden. Man konnte nicht feststellen, ob Ameisen
ihre eigenen Kühe mit sich tragen, doch es schaut so aus,
dass sie sie verteidigen.
Tilapia in einem Fischbecken
Die Teiche wurden mit Planierraupen ausgegraben und haben
unterschiedliche Größe und Tiefe bei Oberflächen
von 100 bis 8000 m bzw. Wasserkapazitäten von 50 bis 5800
m. Man brauchte eine ganze Zeit, um auch nur Algen in dem fast
sterilen Grundwasser anzusiedeln. Büsche wurden entlang
der Ränder ursprünglich zu dekorativen Zwecken gepflanzt,
so aber auch Vögeln Unterschlupf geboten. Guppies und Black
Mollies wurden eingeführt, um die Moskito-Larven zu kontrollieren
und um herauszufinden, ob Süßwasser-Fische die spezifischen
Wasserbedingungen aushielten, in denen sie hier leben sollten.
Mit der Elodea-Alge aus einem Aquarium kamen ein paar Biomphalaria-Wasserschnecken,
die ein potentieller Wirt für Bilharziose sind. Die Teiche
wurden mit Phosphat und Stickstoff und etwas Mist gedüngt,
um das Wachstum der Algen zu fördern. Zuerst wurde der einheimische
"Tilapia" im Juni 1971 in den Teich ausgesetzt, wo
er überlebte und sich in den Steinbruch-Teichen erfolgreich
vermehrte. Später wurden verschiedene Tilapia-Spezies eingeführt,
doch vermehrten diese sich in ungeordnetem Maße, wie auch
alle anderen Spezies, das in den jungfräulichen Teichen
ausgesetzt wurden. Eine Fischspezi vom Naivasha-See, "Black
Bass" genannt, schaffte es Nach 6 Monaten verklebten Elodea-Algen die Teiche, und Biomphalaira-Schnecken
vermehrten sich zu Millionen. Der Tangfressende Fisch Tilapia
Zilli erledigte seine Arbeit erfolgreich, indem er die Elodea-Algen
komplett gefressen hat, wo immer er auch ausgesetzt wurde, und
die Biomphalaria-Schnecken wurden von kleineren
Blick auf das Paradies, Foto von der Titelseite des Referenz-Buchs
René verbrachte viel seiner Zeit im afrikanischen Busch, wo er alten Weisen Männern zuhörte, und so erfuhr, dass der Fisch allmählich ausstirbt, wenn Nilpferde ausgerottet würden, und zuletzt die Wasserlöcher austrockneten. Nilpferde grasen vor allem nachts, und wenn sie ins Wasser zurückkehren, entleeren sie ihren Urin und ihre Ausscheidungen. und mit ihren muskulösen Schwänzen verteilen sie diese Substanzen im Wasser. So ersetzen sie Nährstoffe und düngen das Wasser, so dass Plankton darin wachsen kann, das ein essentielles Nahrungsmittel für die Fische ist. Die schwimmenden Nilpferde, die im Wasser herumgehen und dort spielen hält den Teichgrund in Bewegung und verhindert so die Bildung von toxischen Gasen. Die ständige Aktivität hilft auch, das Wasser zu lüften, was gut für den Fisch ist. Deshalb brauchte man zur Düngung des neuen großen Teichs dringend Nilpferde, als einer der wichtigsten Glieder des Seesystems.
Die Rothschild-Giraffee teilt mit den Nilpferden den Weidegrund,
und das
Sally und Potty sind die Hauptattraktion für Besucher
des BAMBURI NATURE TRAIL. Das Männchen namens "Potty" hatte eine sehr
viel schwierige Jugend, da es von einem deutschen Wanderzoo in
Beschlag genommen worden war. Potty hatte nie Zugang zu Wasser,
und seine Haut war trocken und zeigte auch Risse, und seine Ohren
waren im unfreundlichen europäischen Klima fast abgefroren.
Potty war ein erbärmlicher Anblick, und kein Zoo wollte
ihn annehmen, als die Organisation für die Schutz der Tiere
"Pro Fauna" zu seiner Rettung eilte. Die "German
Cargo" arrangierte seinen Transport per Luftfracht nach
Nairobi, von wo aus Potty mit einem entsprechenden Lastwagen
zum "Bamburi Nature Park" verbracht wurde.
Nützliche lebende Müllschlucker - Die Krokodile Krokodile sind nützlich für das Seesystem, da sie Schlachtabfälle, die für die menschliche Ernährung ungeeignet sind, vertilgen. Der Abfall von den Fischfarmen und auch der "Baobab Farm" wurde als Futter für die Kokodile und für die Schafe, Ziegen, Rinder und Hühner gesammelt. Die Krokodile verwandeln den ganzen Abfall - da sie als kaltblütige Tiere wenig Energie für die Regulierung ihrer Körpertemperatur brauchen - in wertvollen Rostoff um wie Krokodilhaut und Essen für menschlichen Verzehr. Sie können in einem Restaurant exzellentes Krokodil-Steak probieren, in der natürlichen Umgebung des Tiergartens - direkt neben dem Fischteich mit freilebenden Krokodilen, da darin herumschwimmen.
Das ersten Crocodylus Niloticus (Nilkrokodil) kamen 1975 vom Lake Turkana, Lake Baringo und dem Tana-Fluß als Eier und Junge in den "Bamburi Steinbruch. Einige Weibchen legen seit 1986 regelmäßig Eier, und einige Krokodile hatten 1994 die beträchtliche Größe von über 3,5 m erreicht. Im Dezember jeden Jahres sammelt man zwischen 25 und 40 Eier von jedem Weibchen ein, die danach künstlich ausgebrütet werden. Die neuen Weibchengenerationen nehmen an Größe und Alter zu, die Eier ebenso und auch die Überlebensrate der Neugeschlüpften. Unter optimalen Bedingungen können Krokodile bis zu 3 Millimter pro Tag wachsen, doch unter der im Steinbruch herrschenden Bedingungen betrug ihr Wachstum nur 1 bis 1,5 Milimeters pro Tag. Die Temperaturen dort sind oft unter dem Idealpunkt, und die Krodkodile sind auch irgendwie doch gestresst oder gestört durch die Parkbesucher. Trotzdem erreichen sie unter den kontrollierten Bedingungen der heutigen "Krokodilfarm" die bemerkenswerte Größe von 150 Zentimetern in wohl 21/2 bis 3 Jahren.
Die Verbreitung von Vegetation durch in der Wildnis äsende Oryx-Antilopen Die in den Außenbereichen gehalten Antilpe Oryx callotis lebt in dichten, dornigen und trochenen Buschgebieten; es sind ziemlich scheue und vorsichtige Antilopen, die beim ersten Anschein von Störung oder Gefahr das Weite suchen. Die Ohrenspitze ist mit schwarzen Haaren besetzt, und das Geweih ist deutlich zu erkennen. Die Weibchen haben schlanke Hörner, die größer (nämlich bis zu 110 cm) werden als die massiveren Hörner der Männchen. Diese Hörner sind wirksame Waffen gegen Räuber und verursachen bei Rangkämpfen der Männchen oft tödliche Verletzungen. Die Oryx-Männchen und die Weibchen leben mit ihren Nachkommen friedlich in Herden zusammen, und ihre Sozialstruktur vereinfacht eine Domestifizierung und Herdenhaltung. Die Oryx sind gut an extreme Wüstenbedingungen angepasst, durch effizientes Wassersparen und geringes Trinkbedürfnis. Das dichte Haarfell dient als effizientes Hitzeschild und die helle Färbung eignet sich besser als die dunkle Färbung von Tieren wie Büffeln, die Hitze zu reflektieren. Oryx reduziert den Hitzestress in extrem heißen und trockenen Habitaten, indem sie es zuläßt, dass sich ihre Körpertemperatur um einige Grad erhöht, was den Wasserverlust durch Schwitzen, welches auch der Kühlung des Körpers dient, reduziert. Auch wird der Blutstrom zum Hirn in der Nasenregion gekühlt,
um einen Schäden im Hirn zu vermeiden. Die Exkremente sind
hart und trocken und der Urin hoch konzentriert, um Wasser zu
sparen. Die Milch für die Kälber ist ebenfallls hoch
konzentriert und nahrhaft. Diese anatomischen und physiologischen
Anpassungen erfordern selektives Weiden im frühen Morgentau
auf nassen Grasgebieten; auch scharren die Antilopen Knollen
und Wurzeln aus, die in sehr trockenen Gebieten viel Feuchtigkeit
speichern - so dass sie fast unabhängig von regulären
Wasserlöchern sind. Das Sozialstruktur und die Anpassung
an harte Umweltbediungen mit hoch effizienter Umwandlung von
grobem Gras bzw. von Gras geringer Qualität, machen die
Oryx-Antilope zu einer vielversprecheden Spezies, was eine Domestifizierung
anbelangt. Die alten Ägypter hielten große Herden
domestifizierter Oryx-Antilopen, auch wegen der hohen Fleischqualität.
Eland and Oryx suchen unter einem gigantischen "Baobab-Baum" nach Nahrung.
Antilopen in den wiederaufgeforsteten Steinbrüchen Einige Helfer von der "Baobab Farm" beweideten ein von der Gesellschaft gepachtetes Stück Buschland mit Eland (Taurotragus Oryx)- und Oryx-Antilopen erfolgreich. Die Antilopen weideten tagsüber dort, am Abend wurden die Herden jedoch in die s. g. "Nachtunterkünfte" gebracht, wo sie viel Futter vorfanden, für den Fall, dass sie noch hungrig waren. Die Weidegründe der Antilopen wurden mehr und mehr von den Baggermaschinen reduziert. Im Jahr 1987 wurde es erforderlich, die Wildherden, die man hierher verbracht hatte, in die schon erschöpften Gebiete des Steinbruchs zu verbringen, wo schon Gräser und Kräuter in großer Vielfalt wuchsen, doch blieb ihre "Night Boma" im alten Buschbezirk. Der Fortschritt der Wiederaufforstung hing nun ganz vom Geschick der Wildhüter ab, die Tiere dahin zu bringen, über einen speziell ersonnenen "Game Crush" (Wildpfad) von einem Bezirk in den anderen zu wechseln, wobei sie eine "Weigh Bridge" (Wiegebrücke) benutzen sollten, die erlaubte, ihr Wachstum zu messen. Während sie ihre Lieblingsfressecke suchen, verbreiten diese Tiere über ihre Extremente in den übrigen Teilen des Steinbruchs und verbreiten so Pflanzen vom Busch hin zum Grasland und in den Wald.
Eine Landschaft aus Wald, Grasland und Teichen, mit einer lebendigen Vielfalt, wo einst lebloses Ödland war. Liebe Leser - wenn Sie Kenias Küste in der Nähe Mombasas besuchen, müssen Sie nicht weit gehen, um die Wildnis in natürlicher Umgebung zu erleben. Naturschützer überall auf der Erde kennen den Bamburi Nature Trail im ehemaligen Werkssteinbruch als ein lebendes Experiment von Ödlandwiederaufforstung. Im Jahr 1987 verlieh die UNEP den Preis "Global 500 Roll of Honor for Environmental Achievement" in Anerkennung der Anstrengungen und bisher erzielten Ergebnisse. Es handelt sich um ein Mikrokosmos, der so alt ist wie der Kontinent - alte Schönheit, wo Flora und Fauna in großer Zufriedenheit zusammenleben. Gehen Sie hin und schauen sie selbst! Versäumen Sie nicht, einige der Spezialitäten auf dem Speisezettel des Restaurants dort zu versuchen, wie Steak vom Krokodil, Antilopen- oder Straußenfleisch und Bamburi Tilapia etc. Haben Sie eine schöne Zeit und guten Appetit!
Literatur- und Bildquellennachweis: 1. REHABILITATION OF A LIMESTONE QUARRY - Report of an environmental
experiment, René D. Haller, Mombasa - Kenya , Juli 1974.
2. FROM WASTELAND TO PARADISE von René HALLER und Sabine
BAER; Copyright 1994 by R. D. Haller; Herausgeber: Hans H. Koschany
- Germany, 1st edition 1995. Text und Abbildungen wurden mit
Dr.phil.hc. René D. Hallers persönlicher Erlaubnis
verwendet.
Einige weiterführende Links zum Thema Bamburi Nature Trail - Haller Park - Kenia - Wiederaufforstung |
|
||||||||||||||||||||||||||
|
verantwortlich für den Inhalt: Net4 Internetpublishing |
|||||||||||||||||||||||||||